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Alumni UniBE in Virginia’s House

Alumni UniBE Corporate
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29.05.2024

 

Wir besuchten mit Alumni UniBE das Tanzstück Virginia’s House in den Vidmarhallen und waren zum anschliessenden Gespräch mit der Anglistik Professorin Dr. Julia Straub, Isabelle Bischof, der Direktorin von Bern Ballett und Bettina Fischer, der Dramaturgin von Bern Ballett, eingeladen. 

 

Diese erzählten, dass sich die Choreografinnen Caroline Finn und Paloma Muñoz mit Virginia Woolf auseinandergesetzt haben und dann die Freiheit hatten, den Stoff in ihre eigenen ästhetischen Bilder zu übersetzen.  

 

Im ersten Teil des Tanzabends äusserte sich diese Übersetzung in einem orangefarbenen Raum, in dem die Tänzerinnen und Tänzer die „locker verschlungenen Gedankengänge der Autorin“ zum Ausdruck brachten. ‚I Burn, I Shiver‘, ein Zitat aus dem Werk The Wave von Viginia Woolf, ist der Titel dieses ersten Teils, choreografiert von der spanischen Choreografin Paloma Muñoz.  

 

 

 

 

Tänzerisch erzeugt die Choreografin einen ‚stream of consciousness‘, durch den das Publikum der Figur Orlando folgt, dem ewigen Jüngling aus dem gleichnamigen Werk von 1928, der sich zwischen Zeiten und Geschlechtern bewegt. Der Bewusstseinsstrom ist ein bedeutendes Element der Moderne und charakteristisch für Woolfs Schreibstil.  

 

Der zweite Teil des Abends trug den Titel ‚Bring no clothes‘. Der Raum verwandelte sich in eine Art Modehaus, auf beiden Seiten der Bühne waren Schaufenster zu sehen, in denen und vor denen sich die Tänzerinnen und Tänzer bekleideten, entkleideten und umkleideten, sich begegneten, auffingen und wieder losliessen.  

 

Die britische Choreografin Caroline Finn fand ihren Zugang zu Woolf über die Mode und liess sich unter anderem von der Kurzgeschichte The New Dress inspirieren, welche von den Gefühlen und Unsicherheiten einer jungen Frau erzählt, die in einem selbstgeschneiderten Kleid auf einer Party erscheint. Die Tänzerinnen und Tänzer verkörperten und brachten das zum Ausdruck, was Virginia Woolf ‚Frock Conssciousness‘ nannte: Das Bewusstsein und die Gefühle, die wir in unseren Kleidern und wegen unserer Kleider erleben. 

„Sie war blitzgescheit, humorvoll und eine genaue Beobachterin ihrer Umwelt. Virginia Woolf zählt zu den bedeutendsten Autor:innen der klassischen Moderne. Wiederentdeckt wurde ihr Werk in den 1970er-Jahren durch ihren Essay Ein Zimmer für sich allein, der zu einem Klassiker der Frauenbewegung wurde“, schreibt Bühnen Bern über die Autorin. Im Nachgespräch erzählte die Anglistik Professorin Julia Straub noch mehr über Virginia Woolf und über ihre Bedeutung für die englische Literatur und als Pionierin des Feminismus. 

 

Eine weitere Frage im Nachgespräch bezog sich auf die Musikauswahl für das Stück. Die Dramaturgin Bettina Fischer erklärte, dass im ersten Stück bewusst auf ganze Musikstücke verzichtet und eher mit einer Geräuschkulisse gearbeitet wurde, während im zweiten Stück die Musik die Funktion haben sollte, die Tänzerinnen und Tänzer auch emotional abzuholen, damit sie ihr Eigenes im Stück zum Ausdruck bringen können.  

 

Die Alumni Mitglieder durften dank der Zusammenarbeit mit Bühnen Bern erneut einen lehrreichen und ästhetischen Abend erleben und wir freuen uns bereits auf die nächste Veranstaltung der Reihe „Alumni goes culture“.