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Rückblick: Podiumsdiskussion Leadership

Alumni UniBE Corporate
Alumni UniBE Corporate
23.01.2025

Am 20.01.2025 lud Alumni UniBE zur Podiumsdiskussion zum Thema moderne Personalführung ein.

Moderator Jan Marc Müller, Alumnus der Universität Bern und Leiter vom Vertrieb, Services und Direktmarketing bei den Bühnen Bern, führte durch die Diskussion und stellte den drei Podiumsgästen abwechselnd Fragen.

Eingeladen waren Renato Müller Vasquez, Dozent der Universität Bern und Spezialist für Personalführung und E-Leadership, Melanie Rolli, stellvertretende Geschäftsleiterin von Sozialinfo, einem Betrieb mit holokratischer Organisationsform, und Johannes Cramer, Leiter des Bereiches Logistik-Services der Schweizerischen Post.

Führungsstile und Werte

Moderne Personalführung und der Wandel von Führungsstilen sind heute aktueller denn je, denn Digitalisierung, ein dynamischer Arbeitsmarkt und der Arbeitskräftemangel stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Themen wie flexible Arbeitsmodelle und der Wunsch nach Sinnhaftigkeit prägen die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts. Die Podiumsgäste diskutierten unter anderem, wie Führungskräfte mit diesen Entwicklungen umgehen können und welche Kompetenzen und Führungsstile in dieser Zeit des Wandels besonders gefragt sind. 

Johannes Cramer betonte, dass sich die Rolle von Führungspersonen stark verändert hat: Während früher Entscheidungen oft zentralisiert und allein getroffen wurden, liegt der Fokus heute auf Delegation und Partizipation. Dabei hob er die Bedeutung von Werten hervor, und auch, wie wichtig es sei, Werte nicht nur zu kommunizieren, sondern sie auch authentisch vorzuleben. Dies sei eine Herausforderung, da Werte nur dann wirken, wenn sie glaubwürdig und auf das Unternehmen abgestimmt sind.

Melanie Rolli pflichtete bei, dass Werte nicht lediglich Marketinginstrument sein dürfen, sondern durch ständiges Vorleben und Vermitteln für die Mitarbeitenden greifbar gemacht werden müssen. Sie betonte zudem die Bedeutung klar definierter Rollen in der Personalorganisation, die Zeit und Ressourcen in Entscheidungsprozessen sparen können. Renato Müller Vazquez ergänzte, dass weniger oft mehr ist: Drei klar definierte Werte seien wirksamer als eine Vielzahl unscharfer Prinzipien.

Digitalisierung

Die Digitalisierung wurde als zentrales Thema der modernen Arbeitswelt hervorgehoben. Johannes Cramer sprach über die Unsicherheiten, welche die digitale Transformationen bei langjährigen Mitarbeitenden auslösen können und unterstrich die Bedeutung von klarer Kommunikation, um Vertrauen und Akzeptanz zu schaffen. Auch Renato Müller Vazquez wies darauf hin, dass Veränderungsprozesse oft scheitern, wenn die menschliche Komponente vernachlässigt wird. Partizipation und Einbindung der Mitarbeitenden seien daher grundlegend.

Melanie Rolli betonte die Bedeutung des Menschlichen in der Führung. Mitarbeitende haben unterschiedliche Bedürfnisse – während manche klare Regeln bevorzugen, wünschen sich andere mehr Freiheit. Renato Müller Vazquez brachte die Begriffe "High Tech" und "High Touch“ ein: Technologische Innovationen können Prozesse optimieren, doch der persönliche Umgang und die emotionale Intelligenz bleiben essenziell, um langfristig erfolgreich zu führen.

Wie werden Führungskräfte ausgebildet?

Eine Frage aus dem Publikum zielte darauf ab, wie Führungskräfte ausgebildet werden. Melanie Rolli betonte, dass Leadership vor allem durch praktische Erfahrung erlernt wird. Johannes Cramer pflichtete bei, dass keine Führungskraft fertig ausgebildet die Hochschule verlässt, sondern dass sich Führungskompetenzen im Laufe der Zeit entwickeln. Renato Müller Vazquez ergänzte, dass es gute Unterrichtsmethoden gibt, wie problem based learning oder Rollenspiele, bei denen man sich bereits theoretisch in die Rolle einer Führungsperson reinversetzen könne. Jedoch sei Personalführung keine exakte Wissenschaft und die Bereitschaft Fehler zu machen und daraus zu lernen bleibe unersetzlich.

 

Fazit

Die Podiumsdiskussion zeigte, dass moderne Personalführung eine komplexe, aber entscheidende Aufgabe ist. Neben technologischen Innovationen rücken Werte, Empathie und klare Kommunikation in den Mittelpunkt. Leadership im 21. Jahrhundert bedeutet, den Wandel aktiv zu gestalten, dabei jedoch den Menschen nie aus den Augen zu verlieren. Auch die Grösse und Diversität des Publikums zeigte, dass dieses Thema vielseitig interessiert und beschäftigt.

Beim anschliessenden Apéro erhielten die Podiumsgäste und das Publikum die Möglichkeit, sich weiter auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Wir danken allen Anwesenden von Herzen für den gelungenen Abend und freuen uns bereits auf den nächsten Event mit Alumni UniBE.