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Veranstaltungsrückblick: Collegium generale «die biologie des sehens – aus-sicht einer pflanze»

Alumni UniBE Corporate
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18.03.2025

Wenn wir ans «Sehen» denken, werden wir von unserer eigenen Seherfahrung geleitet – zum Sehen braucht es Augen und ein Gehirn, das in Echtzeit das Wahrgenommene verarbeitet. Aber wie funktioniert das bei anderen Organismen? Pflanzen haben weder Augen noch Gehirn, aber ihre Entwicklung ist grundlegend auf die Wahrnehmung von Licht als ihre einzige Energiequelle angewiesen. Der Pflanzenphysiologe Dr. Jon Hughes erörterte in seinem Vortrag, was Pflanzen sehen, wie sie sehen und wie man zu diesem Wissen kommt.

Im Rahmen der Vortragsreihe des Collegium Generale zum Thema «Licht und Dunkel» nahm Dr. Jon Hughes die Besucher:innen mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Photorezeption und der Molekulargenetik.

Sein Fokus lag dabei weniger auf dem gängigen Stichwort der Photosynthese und viel mehr auf der Herleitung des pflanzlichen «Sehens» im Vergleich zum menschlichen Sehverständnis. Zentral bei diesem Vorgang sind Phytochrome. Durch diese Rezeptoren nehmen Pflanzen Lichtverhältnisse durch Farbeigenschaften wahr – soll heissen: Pflanzen sehen in Farbspektren, primär in Rot. Durch die Phytochrome haben Pflanzen die Möglichkeit Konkurrenz in ihrem Umfeld zu identifizieren und ihr Wachstum und ihre Entwicklung entsprechend anzupassen. Das Interessante, so Jon Hughes, sei die Funktionsweise der Phytochrome, die nur einen winzigen Bestandteil der Pflanze ausmachen. Die Struktur der kleinen Proteine konnte erst seit den 90er Jahren genauer ermittelt werden und wirft bis heute noch offene Fragen auf. Während des Vortrags veranschaulichte der Referent die bisherigen Erkenntnisse mit Grafiken und Modellen, wobei er die Entschlüsselung der Bestandteile mit der Entdeckung des Rosetta Stones für die Sprachwissenschaft verglich.

Der Vortrag wurde mit einer regen Fragerunde und weiteren Anekdoten von Dr. Hughes abgerundet.

Zur Verarbeitung der interessanten aber komplexen Informationen zum pflanzlichen «Sehen» gab es im Anschluss einen Apéro zur Stärkung, wo weiter über das Gehörte diskutiert wurde und der Austausch mit dem Referenten weitergeführt werden konnte.